Archive for the ‘Sprache’ Category

Liebe auf den ersten Blick - auch bei Texten

Freitag, Oktober 16th, 2009

Gibt es die Liebe auf den ersten Blick wirklich? Viele glauben daran, andere wissen es. Auf alle Fälle gibt es den Zauber der ersten Begegnung. Wenn man von einem Menschen sofort fasziniert ist. Oder von einem Ort. Wer auf Wohnungssuche ist, weiß meist schon nach wenigen Augenblicken, ob er sich in der Wohnung, die er gerade besichtigt, wohlfühlen könnte. So ist es auch mit Texten. Man schlägt ein Buch auf, fängt an zu lesen und legt es nicht mehr aus der Hand. Oder man legt es nach wenigen Seiten weg. Weil  es fremd bleibt. Und das liegt nicht allein an der Geschichte, die erzählt wird - sondern an der Stimmung, die der Text ausstrahlt.

Mit Texten ist es ähnlich wie mit Wohnungen. Nicht ihr Grundriß macht eine Wohnung sympathisch, sondern ihre Atmosphäre. Und die entsteht durch Details: Lichteinfall, Farben, Möbel, Dekoration. Die Aufgabe des Texters ist es, Texten eine bestimmte Atmosphäre zu verleihen und sie mit Individualität auszustatten, damit der Leser sich wohlfühlt. Dabei geht es um vielmehr als um reine Informationsvermittlung: Das wäre nämlich einfach. Die Kunst liegt darin, die richtige Stimmung zu erzeugen.

Protextbewegung

Sonntag, September 20th, 2009

Texter haben es nicht immer leicht. Denn gute Texte kosten Geld. Doch der Schaden, den schlechte Texte anrichten, läßt sich nicht leicht beziffern. Dennoch ist er hoch: Schlechtes Deutsch vertreibt den Kunden. Woran man gelungene Texte erkennt, kann man auf der Website der “Protextbewegung” nachlesen. Die “Protextbewegung” ist eine Initiative von Texterinnen, die über den Wert ihrer Arbeit aufklären wollen.  Wer die “Protextbewegung” unterstützen will, kann T-Shirts, Anstecker oder Regenschirme erwerben, außerdem gibt es ab und zu Gewinnspiele. Nett!

Engagiert, kompetent, hohl

Sonntag, August 30th, 2009

Ein guter Text ist einfach und verständlich. Er liest sich mühelos - und ist das Ergebnis sorgfältiger Arbeit. Schreiben lernt jeder, doch Formulieren ist eine Kunst. Das merkt man, wenn man sich ein bißchen im Netz umschaut: Marketingfloskeln, Wichtigtuerei, Behördendeutsch, Fachchinesisch.  Sprachmüll zum Davonlaufen.

Gute Texte kommen dagegen zum Punkt. Vermeiden jedes überflüssige Wort, verzichten auf abgedroschene Phrasen. Keine Füllwörter, kein Fachjargon, keine Worthülsen. Keine leeren Floskeln und kein Gequatsche wie hier:

“Die Verwirklichung unserer Vision wird durch engagierte Kollegen getragen, die in einem jungen, dynamischen Team arbeiten, welches sich durch verschiedenste Kompetenzen ergänzt.”

Sowas gehört nicht ins Netz, sondern in die Tonne!