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Nur begrenzt zuverlässig: Korrektursoftware

Ich habe wenig Angst davor, dass Lektoren eines Tages von Korrektursoftware ersetzt werden könnten. Denn ich merke auch bei meiner Arbeit, wie schnell diese Programme an ihre Grenzen stoßen. Und die wichtigste Aufgabe können sie einem Lektor ohnehin nicht abnehmen: Texte sprachlich zu überarbeiten, sie schöner, eleganter und besser lesbar zu machen.

Ich nutze Korrekturprogramme täglich, ergänzend, als nützliches, kleines Werkzeug. Natürlich gibt es bessere und schlechtere: Die Rechtschreibprüfung von Word für Mac hatte in einem Dokument, das ich gestern bearbeitete, noch nicht einmal fehlende Leerstellen zwischen zwei Wörtern bemerkt. Rot unterkringelt waren lediglich ein paar Eigennamen. Darauf verzichtet man in der Tat besser ganz, um sich nicht in falscher Sicherheit zu wiegen.

Doch von den meisten Programmen kann man durchaus mehr erwarten: Tippfehler werden meistens erkannt sowie einige Zeichensetzungs- und Grammatikfehler (z. B. die Verwechslung von das und dass). In höherem Maße als anderen Programmen gelingt das dem Duden Korrektor, dem zur Zeit besten Korrekturprogramm auf dem Markt. Doch leider liegt da die Tücke im Detail. Auch dieses Programm versteht natürlich nicht die Texte, die es prüft, und erkennt nicht immer den Aufbau der Sätze. Die Folge: Es liegt mit seinen Fehlermeldungen nicht immer richtig. Um dies beurteilen zu können, muss man sich jedoch mit der deutschen Grammatik sehr gut auskennen. Also das ideale Programm für Lektoren, die die angezeigten Fehler auch selbst erkennen würden. Für normale Nutzer ist es dagegen nur bedingt geeignet. Dennoch würde ich empfehlen, Korrekturprogramme zu nutzen: Wenn Tippfehler zuverlässig angezeigt werden, ist schon viel gewonnen. Mehr kann man aber nach heutigem Stand nicht erwarten.