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Warum Billig-Content eine Plage ist. Am Beispiel eines verlorenen Führerscheins.

Führerschein verloren. Einfache Frage: Wo bekommt man einen neuen? Google-Recherche.

Klick auf das erste Ergebnis:

 

Es ist sehr ärgerlich, wenn der Führerschein verloren ist. Aber natürlich kann so etwas passieren, vor allem aufgrund der neuen und kleinen Scheckkartengröße. Abhängig davon, wo und wie Sie Ihren Führerschein verloren haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie man am besten vorgeht. Wenn der Führerschein gestohlen wurde, müssen Sie anders vorgehen, als wenn Sie Ihren Führerschein einfach verloren haben oder als wenn Sie ihn in ihrer Wohnung verlegt haben …

 

Und mit derartigen Nicht-Informationen geht es noch eine ganze Seite lang weiter. Wo man einen neuen Führerschein beantragen muss, erfährt man allerdings nicht.

 

Ergebnis 2:

Der Führerschein — auf ihn will niemand verzichten. Er ist klein wie eine Scheckkarte. Deshalb kann man ihn leicht überallhin mitnehmen. Aber leider gibt es zahlreiche Situationen, in denen er verlorengehen kann, zum Beispiel beim Sport oder wenn man in einer fremden Stadt unterwegs ist. Wer noch nie seinen Führerschein verloren hat, kann sicher nicht nachvollziehen, wie man sich im ersten Moment fühlt. Man befindet sich in einem Wechselbad der Gefühle: Auf den Schrecken folgt Panik und dann kommen Ärger und das schlechte Gewissen, weil man nicht besser aufgepasst hat. Nichtsdestotrotz muss ein neuer Führerschein her …

 

Ergebnis 3 und 4: ebenso: dummes,  belangloses, zeitraubendes Geschwätz.

Ja, ich finde es durchaus richtig, dass solche Texte nur mit ein paar Cent pro Wort entlohnt werden. Denn wert sind sie gar nichts. Aber es ist falsch, dass solche Texte überhaupt produziert und verkauft werden. Denn wer nach Informationen sucht, muss sich ständig durch Berge von Müll kämpfen. Niemand, wirklich niemand liest gerne und freiwillig überflüssigen und inhaltsleeren Billig-Content. Und genau deshalb finde ich diese Branche geradezu unmoralisch. Denn solche Texte haben weder Nutzen noch Mehrwert. Sondern sie fügen den Lesern Schaden zu, weil sie ihnen wertvolle Zeit rauben.

 

SEO-Texte verwandeln das Internet in eine Müllhalde
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Ein hässliches Geschäftsmodell: Billig-Content-Anbieter

Billig-Content-Anbieter versprechen hochwertige SEO-Texte für ein paar Cent pro Wort. Sie bieten jedoch minderwertige Ware, die von unterbezahlten Schreibern im Akkord produziert wird. Die Folge ist, dass das Internet mit überflüssigen, nichtssagenden Texten überflutet wird. Dass es für solche Texte überhaupt einen Markt gibt, ist ein Skandal. Denn sie vermitteln ein falsches Bild vom Schreiben, von der Bedeutung der Sprache und von Texten.

Das Schreiben ist eine Berufung. Ein Autor ringt, kämpft um die richtigen Worte — und um die Erkenntnis, die sich oft erst beim Schreiben selbst formt. Wer schreibt, deutet die Welt, beschreibt die Wirklichkeit oder schafft sogar mit Worten eine neue. Ein guter Text entsteht erst nach langem Nachdenken und gründlicher Recherche. Denn jede Idee bildet sich erst mit der Zeit heraus — ebenso wie aus dem Stein, den ein Bildhauer bearbeitet, nur langsam eine Form entsteht.

Natürlich erfüllt nicht jeder Text diesen hohen Anspruch. Vor Fehlern strotzende SEO-Texte sind jedoch lediglich eine Karikatur von etwas Geschriebenem. Mit ihrem substanzlosen Geplapper hüllen sie das Internet in eine riesige Wolke aus Dummheit. Ihr Entstehungsprozess ist bloß eine Simulation des Schreibens: Textabschnitte werden von anderen Seiten kopiert, Sätze umgeformt, ein paar eigene Wörter eingefügt und möglichst viele Schlüsselwörter möglichst oft benutzt, um die Suchmaschine bauernschlau zu überlisten.

Wer so etwas produziert und sich Autor zu nennen wagt, verhöhnt jeden, der ernsthaft schreibt, denn nichts geschieht dabei aus Liebe zur Sprache. Er verhöhnt das Wissen, das in Texten weitergegeben werden soll und das hier auf ein paar oberflächliche Fakten reduziert wird, die ein ums andere Mal reproduziert werden.

Solche Texte sind ein einziges Ärgernis. Eine Zumutung für den Leser, der im Internet ernsthaft nach Informationen sucht und sich fühlt, als würde er einen Müllhaufen nach einer Perle durchsuchen. Wer Kunden mit Hilfe solcher Taschenspielertricks auf wertlose Seiten locken will, zeigt nicht nur, dass es ihm an Respekt vor ihnen mangelt. Sondern auch, wie vulgär seine Absichten sind: Denn er will Geld verdienen, ohne einen Gegenwert zu liefern, und mit List die eigene Kasse klingen lassen. Mit ehrlicher Arbeit hat das wenig zu tun. Dass die Billig-Content-Schreiber ausgebeutet werden und oft nur auf einen Sklavenlohn von zwei bis drei Euro pro Stunde kommen, macht die Sache um so verwerflicher.

Hoffnungsfroh stimmt es nur, dass Google solche Texte mittlerweile abstraft. Möglichst viele Keywords in den Texten zu verstreuen – das mag vor einigen Jahren noch genügt haben, um das Google-Ranking zu verbessern. Doch primitive SEO-Texte werden heute abgewertet. Noch besser wäre es, wenn man sie gar nicht mehr fände, damit dieses Elend ein Ende nimmt.